Ehrenamt

Einen sterbenden Menschen zur Seite zu stehen, trauen sich erst mal viele nicht zu. Wir bereiten Interessierte darauf vor, andere in ihrer letzten Phase des Lebens in ihrem privaten Umfeld zu begleiten. Die Vermittlung von grundlegendem Wissen und notwendigen Fertigkeiten hierfür erfolgt durch einen intensiven und fundierten Ausbildungskurs, der von erfahrenen und geschulten Fachleuten unseres Vereins durchgeführt wird. Der Kurs dauert ca. ein Jahr mit Gruppenabenden alle zwei bis drei Wochen. Er ist berufsbegleitend möglich und kostenfrei. Nur für das gemeinsame Einführungs- und Abschlusswochenende fallen Kosten für Unterkunft und Verpflegung.

Die Ausbildung erfolgt in drei Schritten:

  • Grundkurs: Es geht um die Grundlagen einer einfühlsamen Begleitung. Darum, eigene Ressourcen zu erkennen, üben, diese einzusetzen und damit sorgsam umzugehen.
  • Praktikum und theoretische Anleitung: Im Praktikum kann erfahren werden, wie es ist, auf fremde Menschen zuzugehen, ihnen Zeit zu schenken und wieder Abschied zu nehmen. Im begleitenden theoretischen Teil geht es um Reflektion und praktisches Wissen der Vorgänge am Lebensende.
  • Vertiefungskurs: Das Erlernte wird vertieft und zusammengeführt.


Durch die Entwicklung, Durchführung und Vermittlung von Fortbildungsmaßnahmen, sowie Supervisionsangebote für die ehrenamtlich tätigen Begleiterinnen und Begleiter, ist eine gleichmäßig hohe Qualifizierung der Ehrenamtlichen gewährleistet.

"Letzte Hilfe"-Kurs

In regelmäßigen Abständen bieten wir auch den "Letzte Hilfe"-Kurs nach Prof. Bollig an. Dieser vierstündige Kurs gibt Menschen einen Einblick rund um das Thema Vorsorgen, Sterben, Tod und Trauer.

Nächster Termin: Samstag, 28.August 2021

 

"Was bedeutet für dich Hospizarbeit, warum bist du dabei?"

Den Menschen bewusstmachen, dass unser Leben endlich und kostbar ist und jede/jeder einzigartig ist. Menschen am Lebensende Zeit und Zuwendung schenken und Trauernden eine Möglichkeit des Austauschs, des Zuhörens und der Unterstützung geben.

Ilse

Die letzte Lebensphase eines Menschen birgt so viel unbekanntes Potential. Ich finde es gut, sich dafür vorzubereiten. Das ist auch mein Anliegen, meinen Mitmenschen dabei zur Seite zu stehen.

Josefa

Ich möchte weitergeben, was ich durch Menschen erfahren und erhalten habe, als es mir selbst sehr schlecht ging. Für mich bedeutet Hospizarbeit, dass ich trotz meiner körperlichen Einschränkungen anderen Menschen bei ihrem schwersten Gang helfen kann, manchmal auch nur dadurch, dass ich ihre Hand halte und sie streichle.

Heike

Den Sterbenden ihre Würde zu lassen. Sie mit Liebe und Aufmerksamkeit zu begleiten.

Resi

Nach einem Informationsabend beim DASEIN–Hospiz Nienburg fühlte ich mich angesprochen, da ich das Gefühl hatte, im Leben wieder etwas zurückgeben zu wollen. Es macht mir Spaß mit Menschen zusammen zu sein und ich freue mich, wenn ich als Anerkennung ein Lächeln zurückbekomme.

Sigrid

Hospizarbeit bedeutet für mich, dass ich Sterbenden und Angehörigen ein Stück weit hilfreich zur Seite stehen kann.

Ute

Meine Mutter starb, wie sie es sich gewünscht hatte, in meinen Armen. Diese für mich kostbare Erfahrung ermutigte mich, aktiv Hospizarbeit zu lernen.

Heide

Die Hospizarbeit ist mir wichtig, weil sie mich immer wieder an meine eigene Lebensendlichkeit erinnert und mich dazu (ver)führt über mein Leben nachzudenken. Ich danke allen, die dazu beigetragen haben und es immer noch tun, weil es mein Leben unendlich bereichert.

Anne

Nach meinem Ruhestand suchte ich eine neue Aufgabe. Die fand ich durch zwei Kegelschwestern, die aktiv im Hospizverein tätig waren. Die Gemeinschaft hat mich sehr geprägt.

Ingrid

Vor 40 Jahren in Hannover: Eine 36-jährige Krankenschwester holt ihren im Koma liegenden Mann aus dem Krankenhaus zum Sterben in ihre Wohnung zurück. Vorher hatten acht Männer ihr versprochen, bei der täglichen Pflege zu helfen. Diese Pflege an dem Kranken und an der Ehefrau hat mich so beeindruckt, dass ich nach der aktiven Arbeitszeit so etwas wieder tun wollte.

Bernhard

Manche Menschen sterben ungewollt sehr einsam. Die Erfahrung während meiner Krankenhausarbeit hat gezeigt, dass von Seiten des Personals, aber auch bei Bekannten oder Verwandten des Sterbenden, die Zeit einer begleitenden Anteilnahme oft fehlt. Ich habe das als großen Missstand empfunden. Sterbende Menschen und deren Angehörigen eine nach ihren Bedürfnissen ausgerichtete Begleitung anzubieten, ist meine Motivation zur Hospizarbeit.

Anke

Hospizarbeit bedeutet für mich Begleiter auf dem Weg der Trauer sein, Raum für die Trauer schaffen. Ich möchte die Zuwendung und Liebe, die ich selber erlebe, weitergeben.

Bettina

Während der zweijährigen Krankheit meines Mannes fühlte ich mich oft hilflos und alleingelassen. Meine Familie brauchte meinen Beistand, und Freunde und Bekannte waren eher verunsichert und weniger Helfer. Die Begleitung Sterbender hat mich dankbarer gemacht und die Augen für die vielen kleinen "Wunder" im Alltag geöffnet.

Ursula

Für mich als ehemalige Krankenschwester war es schwer auszuhalten, wie in den Kliniken mit Sterbenden umgegangen wurde, z.B. abschieben in Badezimmer oder Nebenräume.

Hildegard

Ich möchte einer sinnvollen Aufgabe nachgehen und empfinde die Hospizarbeit als sehr bereichernd.

Brigitte

Ich möchte dazu beitragen, den Sterbenden und ihren Angehörigen die Angst zu nehmen. Weil das Sterben zum Leben gehört.

Gisela