"Wenn ich den Löffel abgeben muss ..."

Die alte Redewendung „Den Löffel abgeben“ die zunächst vielleicht etwas salopp anmutet hat einen ernsten und bedeutsamen Hintergrund:

Der Löffel, besonders der Holzlöffel,  hatte vor allem in der bäuerlichen Gemeinschaft eine große Bedeutung. Löffel waren damals eher rar gesät. Es war kein völlig normaler Haushaltsgegenstand, wie in der heutigen Zeit, er war wertvoller, persönlicher Besitz. Jeder führte seinen persönlichen Löffel mit sich, dessen Ausgestaltung durchaus auch als Statussymbol gedeutet wurde (je nach Verzierung und Material). War man in einem fremden Haus zum Essen eingeladen, so aß man mit seinem eigenen, persönlichen Löffel. In vielen Fällen handelte es sich nur um ein grob geschnitztes Exemplar aus Holz. Besser gestellte Familien(oberhäupter) besaßen ein gutes Stück aus Eisen, Zinn oder sogar Silber. Neben dem Löffel gab es keine Messer oder Gabeln, diese Besteckteile kamen erst viel später auf. So wurde der Löffel richtiggehend zum Erbstück.

Mit der Abgabe des Löffels war, wenn das bisherige Familienoberhaupt sich zu alt oder krank fühlte, um allein die Geschäfte des Hofes zu bestellen, auch die Übergabe der Verantwortung für die Familie verbunden. Und wenn jemand  - im Normalfall sicher der älteste Sohn – einen solchen Löffel vermacht bekam, bedeutete dies der Logik gemäß, dass sein Vorbesitzer ihn abgegeben hatte, also gestorben war bzw. als Familienoberhaupt zurücktrat.

Wenn ich morgen sterben müsste, worauf würde ich zufrieden und stolz zurückblicken in meinem Leben? Was würde ich genauso noch einmal tun? Welche Botschaft oder Erkenntnis möchte ich weitergeben? Woran sollen die Anderen erinnern, wenn sie an mich denken?

Spätestens wenn wir Hospizler*innen mit Menschen sprechen, die an ihrem Lebensende angekommen sind, beginnen wir auch gemeinsam über das bisherige Leben nachzudenken. Die größte Frage ist die nach dem Sinn des Lebens und welche Erinnerung von uns bleibt. Wir bilanzieren und überlegen, welche Spuren wir hinterlassen werden.

Wir möchten Sie motivieren, auch schon ohne Lebensbedrohliche Erkrankung auf Ihr bisheriges Leben zu blicken und Erkenntnisse und Geschichten zu finden, die Sie stolz machen.

„Wenn ich den Löffel abgeben muss … Worauf bin ich stolz, was will ich als Botschaft hinterlassen?“

Ganz bewusst fragen wir nach dem, was Kraft und Selbstvertrauen schenkt. In unserer Gesellschaft werden wir häufig an unseren Fehlern und Versäumnissen gemessen. Dabei ist es doch viel wichtiger sich auf seine Stärken und Talente zu besinnen, denn sie geben uns die Kraft und das Selbstvertrauen im Alltag zu bestehen.

Haben wir Sie neugierig gemacht?

Sprechen Sie uns an, wir freuen uns über einen Besuch in unserem Büro. Oder rufen Sie uns an unter 05021-889369 oder per Mail info@dasein-hospiz.de

In diesem Rahmen bitten wir Sie auch um Spenden von Silberlöffeln (auch andere Dinge aus Silber sind willkommen) zur Unterstützung unserer KinderTrauerArbeit.

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